Wahlkampfzeit - werk86
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Wahlkampfzeit

Bunte Plakate auf der Straße werden uns bald daran erinnern, dass Wahlen bevorstehen. Im Herbst 2018 dürfen die Wahlberechtigten in Bayern erneut ihre Landtagsabgeordneten nach München entsenden. Die Vorbereitungen für dieses Großereignis sind längst im Gange.

Eines ist klar: Einen Kuschelwahlkampf wird es 2018 nicht geben.

Vielmehr wird die Verrohung und Enthemmung im politischen Dialog zunehmen und das diffuse Phänomen Rechtspopulismus weiter an Boden gewinnen. Dazu zählen Fremdenfeindlichkeit, die Abwertung von Muslimen und Minderheiten, sowie eine ausgeprägte Law-and-Order-Haltung. Demokratie wird danach beurteilt, ob sie liefert, doch manchmal scheint die gefühlte Wahrheit wichtiger zu sein, als die Fakten. Einfache Rezepte, um dagegen zu bestehen, gibt es nicht. Umso wichtiger ist: Wahlkämpfer*innen brauchen jede Unterstützung, damit sie sich ein Rüstzeug erarbeiten können, um gegen eine Stimmung der Unzufriedenheit anzukommen. Gleichzeitig brauchen sie einen Werkzeugkasten, um eigene positive Akzente zu setzen. Noch viel mehr als in früheren Jahren gilt es eine geschickte Wahlkampfregie zusammen mit Profis auszuarbeiten - mit einer spannenderen Dramaturgie, einer angemessenen Sprache und ansprechenden Bildern.

Die Kampagne

Ein gutes Zusammenspiel von Agentur und Partei sind die besten Voraussetzungen für die erfolgreiche politische Kampagne. Dabei geht man selbstverständlich strategisch vor. Man arbeitet heraus, wie man sich im Konkurrenzumfeld verhalten möchte und wo das eigene Potenzial zur Stimmenmaximierung liegt. Der Rest ist solides Handwerk: Eine gute Organisation mit verlässlicher Abwicklung von Aufgaben unter hohem Zeitdruck und gleichzeitiger Wahrung des Budgetrahmens. Das ist der Alltag von Kampagnenprofis. Mit einem Kompetenzmix aus Werbefachleuten, Campaigner*innen, Politikwissenschaftler*innen und Menschen mit parlamentarischer Erfahrung entsteht eine kraftvolle Mischung, mit der sich punkten lässt.

Die Kandidat*innen

Sie müssen in einen intensiven Kommunikationsprozess mit Wähler*innen eintreten und dabei geschickt alle Kommunikationskanäle nutzen. Dabei reicht es nicht, nur Informationen und Fakten zu übermitteln. Wer Geschichten erzählen kann und Emotionen anspricht, ist im Vorteil. Eingestreute Stories aus dem Privatleben von Kandidat*innen können das bewirken. Aber Achtung! Kandidat*innen müssen für sich bewusst entscheiden, wie viele Details sie zum Beispiel aus ihrem Privatleben in »Homestories« bekannt geben möchten. Mit einer guten Beratung und Begleitung durch Kommunikationsfachleute lassen sich hierbei die richtigen Akzente setzen.

Allzu menschlich ist, dass bei Wahlkämpfer*innen angesichts der Vielfalt von Problemlagen Unsicherheiten auftreten können. Hinzu kommt, dass gerade bundespolitisch relevante Themen selten im direkten Gespräch am Infostand oder bei einer Diskussionsrunde angesprochen werden. Häufiger erwarten Bürger*innen stattdessen Antworten auf Fragen, die sie unmittelbar bedrängen: Wie lange kann ich meine Miete noch zahlen? Warum gibt es nicht genug Kindergartenplätze? Wann kommt Tempo 30 in unsere Straße? Hier muss man nicht nur inhaltlich gut präpariert sein, auch rhetorische Stilmittel und eine gezielte Körpersprache sind von großer Bedeutung. Solche Fähigkeiten können mit Unterstützung von Profis sehr gut trainiert werden.

Reaktionsvermögen

In der heißen Wahlkampfphase ist es besonders wichtig, die eigenen Ressourcen im Blick zu behalten, Kräfte immer wieder zu bündeln und Mitstreiter*innen zu motivieren. Ganz sicher ist damit zu rechnen, dass der politische Gegner Überraschungen in der Hinterhand hält. Das Tandem aus Partei und Agentur schaltet nun einen Gang hoch, produziert passende Antworten und reagiert agil. Ein gutes Team adaptiert die eigene Strategie und nutzt eine Kursanpassung um positiv auf sich aufmerksam zu machen. Mit der Reaktion des Gegners ist natürlich zu rechnen. Jetzt macht Wahlkampf Spaß!

 

Beitrag von Susanne Thoma, Politische Kommunikation

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